Chicagos „Haymarket-Affäre“ neu betrachtet – ein Rückblick auf Deutschamerikaner, den 1. Mai und ein Erbe (anti-)linken Radikalismus‘

Am 4. Mai 1886 explodierte während einer anarchistischen Kundgebung auf dem Haymarket Square in Chicago eine Dynamitbombe und hinterließ einen Krater jenseits ihrer physischen Sprengkraft. Sie tötete einen Polizisten und verletzte mehrere andere, doch die Gesamtheit ihrer Sprengwirkung ließ sich nicht in TNT-Äquivalenten messen. Ihre Auswirkungen waren anderer Art: Dem Ereignis folgte ein spektakulärer Gerichtsprozess, in dessen Zuge sieben unschuldige Männer zum Tode verurteilt wurden. Darüber hinaus veränderte Haymarket nachhaltig die Wahrnehmung von Arbeiterradikalismus und linkem Aktivismus in den Vereinigten Staaten.

140 Jahre später versucht dieser Artikel sich an einem Rückblick. Er beleuchtet die Ereignisse in ihrem historischen Kontext und ermisst das kulturelle Erbe, das die „Haymarket-Affäre“ hinterlassen hat.

1848–1886: Aufstieg von Radikalismus und Achtstundenbewegung

Für den US-amerikanischen Arbeitssektor ist die Relevanz von Immigration kaum zu überschätzen. Durch die gesamte zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts waren es stets die als am fremdesten gehandelten, die den Vereinigten Staaten Industrialisierung und Wirtschaftswachstum ermöglichten. Schwarze, (ehemals) versklavte Menschen schufteten auf Plantagen und Feldern im Süden, irische Arbeiter in Fabriken im Nordosten und chinesische Einwanderer verlegten die transkontinentale Eisenbahn gen Westen. Sie alle sahen sich harten Bedingungen gegenüber, jedoch wurden ihre Anstrengungen von der weißen, im Land geborenen Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung nicht anerkannt. Obwohl aus all diesen Gruppen gelegentlich Ausstände, Revolten und Proteste erwuchsen, verband diese fast nie ein kohärentes System emanzipatorischer Ideale, das ihre Bemühungen geleitetet oder vereint hätte.[1]

Auftritt Deutsche. In den 1850er-Jahren trafen sogenannte Achtundvierziger in den USA ein; Emigranten, die nach der gescheiterten Revolution von 1848 vor politischer Verfolgung flohen. Diese materiell privilegierten, meist jungen, unverheirateten und akademisch gebildeten Männer vertraten weitaus kohärentere und progressivere Ansichten als die meisten ihrer neuen Landsleute. Sie beeinflussten fortan erheblich das intellektuelle, kulturelle und politische Leben zahlreicher US-Städte.[2] Während ihre Ansichten von gemäßigt liberal bis entschieden kommunistisch reichten, legten einige von ihnen den Grundstein dafür, dass sich sozialistische Ideen in den USA auszubreiten begannen: Radikale Linke wie Joseph Weydemeyer und Friedrich Sorge begannen etwa in den 1850er Jahren, politische Vereinigungen wie die American Workers League oder den New York Communist Club zu gründen. Die folgenden Jahrzehnte brachten einen US-Zweig der Internationale Arbeiterassoziation (IAA oder Internationale) sowie erste marxistische Partei Amerikas, die Workingmen’s Party of the United States hervor.[3]

All diese Gruppen bestanden zum Großteil aus deutschen Immigranten. Auch Tagungen, Publikationen oder Aufrufe erfolgten in deutscher Sprache. In Industriestädten wie New York, Philadelphia und Chicago übten sozialistische Vereinigungen, Zeitungen und Gewerkschaftsverbände dabei beträchtlichen Einfluss auf deutsch-amerikanische Arbeitergemeinden aus. Sozialisten in den USA begannen erst 1890 ernsthaft zu versuchen, die englischsprachige Mehrheit der Bevölkerung anzusprechen.

Das Ende der 1870er-Jahre brachte einen dramatischen Wandel der US-amerikanischen Arbeiterbewegung mit sich. In Folge des Sozialistengesetzes des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck 1878, das alle sozialistischen und sozialdemokratischen Aktivitäten im Reich unter Strafe stellte, wanderten zahlreiche radikaler gesinnte Akteur:innen in die USA aus. Diese ‚Achtundsiebziger‘ belebten die Arbeiterbewegungen zwar mit neuer Dynamik, sorgten aber auch für Konflikt. Der Anarchismus bedrohte die bisherige sozialistische Dominanz: Er versprach direkte politische Aktion, wirkte weniger theorielastig und esoterisch sowie allgemein zugänglicher als der Marxismus. Vor allem machte er jedoch eine verbreitete politische Forderung weitaus effektiver als es Sozialisten in den Jahren zuvor gelungen war für sich nutzbar: den Achtstundentag.

Auf den ersten Blick konnten Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung in den USA eine imposante Erfolgsbilanz vorweisen: Der erste Generalstreik in der amerikanischen Geschichte, 1835 in Philadelphia, hatte hauptsächlich dieses Anliegen zum Gegenstand gehabt und schließlich erfolgreich eine Begrenzung der Schichten auf zehn Stunden pro Tag errungen. [4] Den Achtstundentag forderte in den 1860er-Jahren erstmals die National Labor Union. Gesetzgeber reagierten darauf zunächst mit Zugeständnissen; diese ersten Regelungen enthielten allerdings zahlreiche Schlupflöcher und führten vielerorts zu Lohnsenkungen statt einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus hoben Gerichte sie in den 1870er-Jahren wieder auf.

Am 1. Mai 1867 fand in Chicago die erste moderne Maikundgebung statt. Die Achtstundenbewegung verlor während der Wirtschaftskrise der 1870er-Jahre zwar an Bedeutung, erlebte im folgenden Jahrzehnt allerdings ein fulminantes Comeback. Nun setzten sich sozialistische und anarchistische Gruppen in New York und Chicago prominent für die Sache ein, die zuvor von den Gewerkschaften dominiert worden war.[5]

Die Kampagne kulminierte im Mai 1886: Im ganzen Land trugen Zehntausende von Arbeiter:innen ihren Protest auf die Straße. In New York veranstaltete ein breites Bündnis verschiedener politischer Gruppierungen eine Massendemonstration, an der über 30.000 Menschen teilnahmen. Landesweit traten 300.000 Arbeiter:innen in den Streik. In Chicago, einer Bastion deutsch-amerikanischer Radikaler und Anarchist:innen, versammelten sich bei der Parade am 1. Mai beeindruckende 80.000 Menschen. Angeführt wurde der Umzug vom prominenten Anarchisten Albert R. Parsons, begleitet von seiner Frau Lucy und den zwei gemeinsamen Kindern. Trotz Tausender schwer bewaffneter Polizisten und Nationalgarden-Truppen, welche die Kundgebung argwöhnisch überwachten, verlief alles friedlich.[6]

Der Haymarket „Riot“ von 1886

Die Proteste setzten sich über die folgenden Tage in zahlreichen Städten fort, doch nirgendwo erreichten sie eine ähnliche Dynamik wie in Chicago. Hier zogen Demonstrierende von Betrieb zu Betrieb und forderten ihre Kolleg:innen dazu auf sich ihren Bemühungen anzuschließen, sodass die Zahl der Streikenden kontinuierlich anwuchs. Am 3. Mai 1886 demonstrierte eine große Menschenmenge vor einer Fabrik in Chicago-West-Side gegen Streikbrechende. Als einige von ihnen versuchten das Fabrikgelände zu betreten eröffneten Polizeikräfte das Feuer, töteten mindestens zwei Menschen und verletzten zahlreiche weitere schwer. Entsetzt riefen örtliche anarchistische Gruppen für den folgenden Tag zu einer Protestkundgebung auf dem Haymarket Square auf.[7]

Die betreffende Versammlung fand am Abend des 4. Mai 1886 statt, die zahlenmäßige Beteiligung war jedoch ernüchternd. Nur Zwei- bis Dreitausend waren anwesend; zudem begann die Veranstaltung verspätet. Schließlich ergriff der deutsch-amerikanische Anarchist August Spies als Erster das Wort, gefolgt vom Amerikaner Albert Parsons, der etwa eine Stunde lang sprach. Inmitten des Publikums stand der Bürgermeister Chicagos, Carter Harrison Sr., der zu seiner eigenen Überraschung feststellte, dass sowohl die Menge als auch die Redner sich friedlich verhielten. Unter dem Eindruck, dass es sich um eine harmlose Versammlung hielt, verließ er den Platz, just als Parson das Ende seiner Rede erreichte. Bevor er ging, riet Harrison dem Polizeiinspektor John „Black Jack“ Bonfield, seine Einsatzkräfte abzuziehen und die Menge in Frieden zu lassen.[8]

Samuel Fielden, ein britisch-amerikanischer Anarchist, ergriff als Letzter das Wort. Wenige Minuten nach Beginn seiner Rede begann es zu regnen, woraufhin viele den Ort verließen. Für den Großteil von Fieldens Rede waren nicht mehr als 300 Zuschauende übrig. Unter Bezugnahme auf das Massaker vom Vortag beschrieb Fielden „das Gesetz“ als eine mörderische Instanz, die ausschließlich dem Schutz von Eigentum diene – und ergänzte dann in Form einer provokanten Metapher, wie dieses „Gesetz“ zu Tode „gewürgt“ werden sollte.[9]

Für Inspektor Bonfield war das Anlass genug, die Versammlung aufzulösen. Er befahl seinen Männern, ihre Positionen einzunehmen, als Fielden gerade seine Schlussworte an sein Publikum richtete. Die Menge machte sich gerade bereit zu gehen, als Polizeikapitän William Ward ihr zurief: „Ich befehle Ihnen im Namen der Bevölkerung des Staates Illinois, den Platz unverzüglich und friedlich zu räumen!“ Ein perplexer Fielden antwortete: „Aber wir sind friedlich“, gefolgt von „Ist gut, wir gehen“, und stieg von seinem Wagen herunter.[10]

In diesem Moment warf jemand eine Dynamitbombe. Sie landete mitten in den Polizeikräften und detonierte heftig, verletzte mehrere Beamte und ließ Fensterscheiben mehrere Häuserblocks entfernt zersplitterten. Nach einem kurzen Moment der Stille begann die Polizei willkürlich in die Menge zu schießen, welche in Panik in alle Richtungen zu fliehen versuchte. Nachdem sie mehrere Minuten lang das Feuer aufrechterhalten hatten, marschierten die Beamten durch die angrenzenden Straßen und schlugen auf jeden ein, der ihren Anweisungen nicht sofort Folge leistete. Selbst die konservativ ausgerichtete Zeitung Chicago Tribune bezeichnete die Polizisten als in einem Zustand des „Wahnsinns“ befindlich und fügte hinzu, sie seien „so gefährlich wie jeder Mob“ gewesen, „denn sie waren von Eifer geblendet und unfähig, zwischen friedlichen Bürgern und nihilistischen Attentätern zu unterscheiden“.[11] Nach etwa fünf Minuten war der Haymarket Square mit Leichen und Verwundeten übersät. Fast siebzig Polizisten lagen verletzt da, von denen acht ihren Verletzungen erlagen. Allerdings starb von diesen nur einer unzweifelhaft durch die Bombe: Alle anderen waren von ihren eigenen Kameraden angeschossen und verletzt worden. Zwar dürfte auch eine gewisse Anzahl von Demonstrierenden bewaffnet gewesen sein, es gibt jedoch keine vertrauenswürdigen Berichte darüber, dass außer der Polizei noch jemand Waffen abgefeuert hätte. Die genaue Zahl der zivilen Opfer ist unbekannt, dürfte aber die der Polizisten überstiegen haben.[12]

Eine zeitgenössische Darstellung des Massakers. (True Williams, „The Haymarket Massacre/The Charge of the Police After the Explosion”, The Graphic News, 15. Mai 1886, S. 169.)

Wie auch der Historiker Paul Avrich betont hat, waren es abgesehen von dem unbekannten Bombenwerfer Polizisten und nicht Anarchisten, die für die Gewalt am Haymarket verantwortlich waren: Alle Berichte von Augenzeugen, seien es Demonstrierende, Journalisten, Polizisten oder sogar der Bürgermeister von Chicago, stimmen darin überein, dass die Versammlung im Kern friedlich verlaufen war und sich zudem ohnehin gerade auflöste. Inspektor Bonfield hatte zudem bereits zuvor seine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, die Versammlung um jeden Preis aufzulösen. Fieldens dramatische Schlussmetapher vom „Erwürgen des Gesetzes“ war wahrscheinlich die letzte Chance, die der Inspektor dazu sah – und er nutzte sie. Hätte „Black Jack“ Bonfield nicht eingegriffen, wäre wahrscheinlich auch keine Bombe geworfen worden. In diesem Fall wäre der Platz wenige Minuten später leer gewesen und der 4. Mai 1886 wäre nicht mehr in Erinnerung als irgendein anderes Datum.[13]

„Hans Socialist“ und „die Göttin des Mordes“: Politische, rechtliche und kulturelle Folgen, 1886–1887

Unmittelbar im Anschluss richtete sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf (migrantische) Aktivisten. Wie der Historiker Henry David bereits 1936 zu Recht feststellte, war dies der Beginn von Amerikas erster „Red Scare“.[14] Zwischen etablierten Printmedien und Polizeikräften schien ein stillschweigender Konsens vorzuliegen, dass für eine bestimmte Zeit und für eine bestimmte Gruppe Menschen alle Hemmungen fallenzulassen seien.

Am Tag nach dem Bombenanschlag machte beispielsweise die New-York Times „die boshaften Lehren der Anarchisten“ alleinig für das Massaker verantwortlich – und hielt es darüber hinaus für nötig darauf hinzuweisen, dass der anarchistische Redner Parsons mit einer „Negerfrau“ verheiratet sei.[15] Mehrere Zeitungen berichteten über einen „Mob […], der von einem fanatischen Blutdurst getrieben war“, und das New Yorker politische Magazin Harper’s Weekly schrieb von „brutale[n] Raufbolden, die alle Ausländer zu sein schienen, […] Männer, die offen für Massaker und den Sturz der intelligenten und geordneten Gesellschaft eintreten“.[16] Die Berichterstattung erweckte bei großen Teilen der Bevölkerung den Eindruck, dass Spies, Parsons und Fielden praktisch selbst die Bombe geworfen hatten. Die Raserei der Presse trug zu einer weitreichenden Panik und Feindseligkeit gegenüber antikapitalistischem Aktivismus und Deutsch-Amerikanern bei. Das nativistische und antiradikale Klima erreichte einen jahrzehntelangen Höhepunkt. Die Chicago Tribune sprach sich sogar dafür aus weitaus gemäßigtere deutsch-amerikanische Sozialisten wie George Schilling  zu hängen.[17]

Gewerkschaften im ganzen Land distanzierten sich eilig von jeglichem Verdacht auf radikale Tendenzen, am deutlichsten vielleicht die Knights of Labor, deren Chicagoer Zeitschrift eine Abgrenzung veröffentlichte, die kaum weniger drastisch wirkte als das, was in konservativen Medien zu finden war – und das obwohl Albert Parsons eines der ersten KoL-Mitglieder der Stadt gewesen war.[18] Kurzgesagt übten sich die Gewerkschaften in vorauseilender Unterwürfigkeit, in der Hoffnung nicht in die Schusslinie zu geraten.

Unterdessen führte die Chicagoer Polizei illegale Razzien ohne Durchsuchungsbefehle durch und verhaftete Hunderte mutmaßlicher Anarchisten, überwiegend Deutschamerikaner. Die meisten wurden nie vor Gericht gestellt, dennoch hielt die Polizei sie wochenlang in den Kellern ihres Hauptquartiers fest. Zwei Monate lang herrschte in Chicago faktisch Kriegsrecht. Die Polizei hob die Versammlungsfreiheit auf und verbot öffentliche Zusammenkünfte unter Androhung von Freiheitsentzug. Linke Zeitungen und Zeitschriften der Stadt wurden für Zeiträume zwischen einem Monat und anderthalb Jahren geschlossen, wobei sich einige davon nie wieder erholten. Dieser Ausnahmezustand der Polizeiherrschaft wurde durch die finanzielle Unterstützung von Chicagoer Unternehmern ermöglicht, die große Summen an jene Polizeibehörden und Staatsanwälte zahlten, die sich über alle Maßen dafür einsetzten, den Anarchismus aus der Stadt zu tilgen.[19]

Eine zeitgenössische Karikatur über den deutschen Stereotyp „Hans Socialist”. („The Evolution of the Americanized Foreigner”, Harper’s Weekly, 15. Mai 1886, S. 320.)

Bereits am Morgen des 5. Mai stürmten Polizeibeamte das Büro der deutschsprachigen Arbeiter-Zeitung und verhafteten den Herausgeber August Spies und seinen Bruder Christ sowie den Redaktionsassistenten Michael Schwab und den Schriftsetzer Adolph Fischer. Einige Tage später folgten Verhaftungen des Büroleiters der Zeitung, Oscar Neebe, sowie Samuel Fieldens und der deutsch-amerikanischen Anarchisten Louis Lingg und George Engel, von denen lediglich Fielden am 4. Mai überhaupt auf dem Haymarket gewesen.

Albert Parsons, der die Stadt verlassen hatte, war trotz intensiver Fahndungen nirgends zu finden. Sechs Wochen lang verfolgte, schikanierte und verhaftete die Polizei wiederholt seine Frau Lucy in der Hoffnung, sie würde sie zu ihrem flüchtigen Ehemann führen. Doch Albert Parsons tauchte erst wieder auf, als am 21. Juni 1886 der Prozess begann. Am ersten Tag der Verhandlung betrat er gelassen den Saal und erklärte, er wünsche, gemeinsam mit seinen Genossen Spies, Fielden, Schwab, Fischer, Lingg, Engel und Neebe vor Gericht zu stehen.[20]

Contemporary drawings of the defendants, minus Oscar Neebe. („Portraits of the Condemned Anarchists”, Frank Leslie’s Illustrated Newspaper, 12. November 1886, S. 201.)

Der Haymarket-Prozess gegen die acht Angeklagten zog sich über zwei Monate hin und gilt gemeinhin als ein Tiefpunkt der amerikanischen Rechtsgeschichte, ein Musterbeispiel für einen unrechtsstaatlichen Prozess. Dies ist zu einem Großteil dem vorsitzenden Richter Joseph Gary zuzuschreiben, der seinen Angeklagten mit offener Verachtung gegenübertrat. Darüber beaufsichtigte er das Auswahlverfahren einer handverlesenen Jury, ein Prozess, der sich über drei Wochen erstreckte und die Überprüfung von knapp 1000 Kandidaten umfasste. Das Gericht ließ fast ausschließlich erklärtermaßen voreingenommene Geschworene zu: Mehrere Mitglieder der Jury erklärten offen, sie seien a priori von der Schuld der Angeklagten überzeugt und wünschten sich, dass diese gehängt würden. Zu den zugelassenen Geschworenen zählten sogar ein Blutsverwandter sowie ein persönlicher Freund getöteter Polizisten. Gleichzeitig lehnte das Gericht jeden ab, der Mitglied einer Gewerkschaft war oder auch nur im Ansatz kommunistische oder anarchistische Sympathien hegte.[21]

Die Anklage stützte sich weitgehend auf erschöpfende Präsentationen anarchistischer Zeitungen und Flugblätter, hauptsächlich mit dem Ziel August Spies als Drahtzieher des Bombenanschlags darzustellen. Die stärkste Anklage ließ sich wohl noch gegen Lingg vorbringen, der tatsächlich im Besitz von Sprengsätzen gewesen war; allerdings gab es auch hier keinen nachweisbaren Zusammenhang mit der Bombe, die auf den Haymarket geworfen worden war. Da alle Angeklagten für den Zeitpunkt des Bombenwurfs wasserdichte Alibis hatten, konzentrierte sich Staatsanwalt Julius Grinnell auf den weitaus vageren Vorwurf einer „Verschwörung zum Mord“. Jedoch legte die Anklage auch keine Beweise dafür vor, dass der unbekannte Bombenwerfer auf Geheiß eines der Angeklagten gehandelt hatte.[22]

Daran sollte es jedoch nicht scheitern: In seinem Schlusswort am letzten Verhandlungstag erklärte Richter Gary, dass Äußerungen, die zur Gewalt aufriefen oder diese auch nur guthießen, ausreichend seien, um ihre Urheber als Mörder einzustufen. Ein Mord habe nun einmal stattgefunden, die Identität des wahren Täters spiele keine Rolle. Es war eine gewagte Rechtsauslegung, für die es nicht nur keinen Präzedenzfall gab, sondern die zudem eindeutig verfassungswidrig war. Vor dem Ersten Weltkrieg waren die verfassungsrechtlichen Garantien der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Redefreiheit so uneingeschränkt, dass sie – in der Theorie – das Recht auf Äußerungen radikaler Überzeugungen oder aufhetzender Sprache miteinschlossen. Selbst ausdrückliche Aufrufe zur Gewalt wären vollständig unter diesen Schutz gefallen.[23] In der Praxis jedoch fällte die Jury für alle acht Angeklagten Schuldsprüche. Mit Ausnahme von Neebe (der mit fünfzehn Jahren Haft belegt wurde) erhielten alle ein Todesurteil. Weder eine Berufung vor dem Obersten Gerichtshof von Illinois noch vor dem Bundesgerichtshof vermochten dieses Urteil noch aufheben.[24]

Zeitgenössische Karikatur, veröffentlicht wenige Tage nach dem Urteil. (Thomas Nast, „Liberty Is Not Anarchy“, Harper’s Weekly, 4. September 1886, S. 564.)

Eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortete die Entscheidung der Gerichte, und die meisten Medien feierten sie als Sieg der Gerechtigkeit. Allerdings hatte sich die öffentliche Meinung bereits während des Prozesses etwas differenzierter entwickelt, und das Urteil führte zu einer Welle der Solidarität in linken Kreisen. Die deutschsprachige sozialistische Zeitung Philadelphia Tageblatt veröffentlichte beispielsweise einen Leitartikel mit dem Titel „Mit den Anarchisten fängt man an“. Dieser argumentierte – durchaus vorausschauend –, dass das antianarchistische Klima nur der Anfang sei und letztendlich dazu dienen würde, weitaus umfassendere arbeitnehmerfeindliche Maßnahmen zu rechtfertigen. Der Artikel zog einen bemerkenswerten Vergleich zu Otto von Bismarcks Sozialistengesetz in Deutschland und rief zur Solidarität mit den Angeklagten auf.[25] In den Wochen nach dem Urteil reiste Lucy Parsons durch US-amerikanische Städte, um im Namen ihres Mannes, seiner Genossen und des Anarchismus im Allgemeinen vor sympathisierenden Arbeitern zu sprechen.[26]

Im Laufe des Jahres 1887 erlangten die Angeklagten internationale Bekanntheit. In Europa versuchten Sozialdemokraten und Sozialisten, die offensichtlich gebotene Solidarität mit ihrer persönlichen politischen Ablehnung des Anarchismus in Einklang zu bringen. Interessanterweise bezeichneten mehrere sozialistische Zeitungen die Angeklagten entweder als „Sozialisten“ oder verwendeten politisch neutrale Begriffe wie „die Angeklagten“.[27]

Während sich die Gemüter in den USA beruhigten, sprachen sich immer mehr Menschen für eine Neubewertung des Falles aus, bei dem es sich offensichtlich nicht um einen Strafprozess gehandelt hatte. Vielmehr war eine politische Ideologie vor Gericht gestellt und ihre Vertreter unrechtmäßigerweise zum Tod durch den Strang verurteilt worden – auf Grundlage der emotionsgeladenen Überzeugung, dass ihre Weltanschauung ein Übel darstellte, das beseitigt werden müsse.

Der allerletzte Versuch, das Leben der Angeklagten zu retten, erfolgte durch eine von 100.000 amerikanischen Bürger:innen unterzeichnete Petition, in welcher der Prozess kritisiert und um Gnade gebeten wurde. Prominente Intellektuelle wie Friedrich Engels, Oscar Wilde und George Bernard Shaw reichten ähnliche Forderungen ein, ebenso Samuel Gompers, der hoch angesehene Präsident der American Federation of Labor (AFL). In der Folge erklärte sich der Gouverneur von Illinois, Richard Oglesby, bereit, Begnadigungen auszusprechen, unter der Bedingung, dass die Angeklagten dies schriftlich beantragten. Fielden und Schwab kamen dem nach und erhielten eine Umwandlung ihrer Strafen in lebenslange Haft. Spies, Parsons, Fischer, Engel und Lingg lehnten jedoch ab. Lingg ging sogar noch einen Schritt weiter und nahm sich mittels eines in seine Zelle geschmuggelten Sprengkörpers eigenmächtig das Leben. Sein Tod, wie Zeitungen vielfach berichteten, war unsagbar qualvoll und langwierig; Lingg blieb etwa sechs Stunden lang bei Bewusstsein und erduldete entsetzliche Qualen.[28]

Zum Zeitpunkt der Hinrichtungen war ein wesentlicher Teil des früheren Blutrausches verflogen. Die Medienberichte wurden entweder wohlwollender und vermenschlichten die Angeklagten, etwa wenn diese ihre Ehepartnerinnen und Kinder zum letzten Mal sahen, oder beschränkten sich auf sachliche Berichterstattung.

Auf ihrem Weg zum Galgen am Freitag, dem 11. November 1887 sangen die in weiße Kutten gekleideten Verurteilten die „Arbeiter-Marseillaise“, bevor sie das Schafott im Cook County Jail betraten. Ihnen gegenüber saßen etwa 200 Zuschauende. Lucy Parsons war es nicht gestattet worden, ihren Mann ein letztes Mal zu sehen; stattdessen wiesen Beamte sie wiederholt an, einen anderen Eingang aufzusuchen, bis es zu spät war.

Zeitgenössische Darstellung der Hinrichtung. („The Law Vindicated“, Frank Leslie’s Illustrated Newspaper, 19. November 1887, S. 216.)

Die vier todgeweihten Anarchisten blieben bis zuletzt unerschrocken. Nachdem ihnen die Kapuzen über den Kopf gezogen worden waren, rief Spies aus: „Die Zeit wird kommen, da unser Schweigen mächtiger sein wird als die Stimmen, die ihr heute erstickt!“, worauf Fischer und Engel hinzufügten: „Es lebe die Anarchie!“ Schließlich erhob Parsons seine Stimme und fragte: „Darf ich sprechen, o Menschen Amerikas? Lassen Sie mich sprechen, Sheriff Matson! Lassen Sie die Stimme des Volkes gehört werden! O–.“ In diesem Moment öffnete sich die Falltür, und die vier Männer stürzten in den Tod. Spies‘, Fischers und Parsons Körper zuckten noch mehrere Minuten lang heftig, was Anwesende später als surreale Szene völliger Stille beschrieben. Nach fast acht Minuten wurden die Gehängten für tot erklärt; mehrere der Zuschauer waren sichtlich verstört von dem, was sie gerade erlebt hatten.[29]

Die New-York Times feierte es als eine „anständige und ordentliche Hinrichtung“, die das „verletzte Gesetz“ „wiederhergestellt“ habe.[30] Die Beerdigungsfeier am 13. November erzählt jedoch eine andere Geschichte. Es war die bis dahin größte Beisetzung in der Geschichte Chicagos: 20.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil und schätzungsweise 200.000 Zuschauer verfolgten den vorangegangenen Trauerzug durch die Straßen der Stadt.[31]

Zeitgenössische Zeichnung der Begräbnisfeier auf dem Waldheim-Friedhof bei Chicago. Sprechend dargestellt ist „Captain Black“, der die Hingerichteten vor Gericht verteidigt hatte. („The Funeral of the Anarchists at Chicago, Sunday, November 13th“, Frank Leslie’s Illustrated Newspaper, 26. November 1887, S. 232.)

Vermächtnis

Interpretationen des Vermächtnisses von Haymarket gehen auseinander. Einige bewerten die daraus entstandene Märtyrer-Ikonografie als späteren radikalen Traditionen in den USA zuträglich und sind ferner der Ansicht, sie habe ein mythisches Interesse am Anarchismus geweckt. Jedoch ist anzuerkennen, dass der Anarchismus als Massenbewegung in Chicago mit Haymarket faktisch ein Ende nahm: Seine Druckereien und Versammlungsorte lagen im Chaos, seine Anhänger waren eingeschüchtert und seine einflussreichsten Anführer hingerichtet worden.[32] Darüber hinaus reagierten die größten Gewerkschaftsverbände des Landes, die Knights of Labor und die AFL, indem sie ihre Mitglieder in den späten 1880er-Jahren entschieden von antikapitalistischen radikalen Ideen wegführten, die wenige Jahre zuvor innerhalb der breiteren Arbeiterbewegung noch weit verbreitet oder sogar dominierend gewesen waren. Trotz dessen sahen sich viele Gewerkschaftsmitglieder politischer Verfolgung ausgesetzt, und die Arbeiter:innenorganisationen wurden allgemein stark in Mitleidenschaft gezogen, wobei sich einige (wie etwa die Knights of Labor) von ihrem Mitgliederrückgang nie wieder erholten.

Die Haymarket-Affäre verknüpfte zudem in Vorstellungen vieler Anarchismus untrennbar mit Terror und Zerstörung und ermöglichte es Unternehmern, einen Teil der in den Vorjahren erzielten Fortschritte rückgängig zu machen: Löhne sanken, und die Arbeitstage erreichten oft wieder bis zu zehn Stunden.[33] Haymarket schuf einen Präzedenzfall für staatliches Vorgehen gegen die politische Linke im Gleichschritt mit einer medial breit publizierten Hetzjagd. Zu einem gewissen Grad verankerte dies in der nationalen Identität der Vereinigten Staaten die Vorstellung, dass die erklärten Ideale des Landes – Freiheit und Gerechtigkeit für alle – in erster Linie durch radikale Emanzipationsbewegungen bedroht seien, und nicht etwa durch gesetzlose Polizeimobs oder eine voreingenommene Justiz, die den quasisakralen Ersten Verfassungszusatz eigenmächtig außer Kraft setzte. Spätestens hier liegen dementsprechend die Wurzeln der reichhaltigen Geschichte anti-linker Doktrin in Amerika, die weit vor die Progressive Era oder sogar den Kalten Krieg zurückreicht.

Auch die Angriffe auf Deutschamerikaner waren außerordentlich. Nach Walter D. Kamphoefner war Haymarket der Vorfall, „der deutschen Einwanderern am nachhaltigsten den Stempel der Radikalität aufdrückte“.[34] Dies schuf einen Präzedenzfall für künftige nativistische und antiradikale Wellen staatlicher Angriffe auf Deutschamerikaner, etwa im Zuge des Ersten Weltkriegs.[35] Es gibt allerdings auch Forscher wie etwa Hartmut Keil, die diesen „Haymarket-Exzeptionalismus“ ablehnen und darauf hinweisen, dass sich in den USA bereits zuvor nativistische Tendenzen geäußert und ähnlich repressive Maßnahmen verhängt worden seien, wenngleich auch die Nachwirkungen der Haymarket-Affäre solche Maßnahmen sicherlich neuartig bündelte.[36]

Die symbolische Bedeutung von Haymarket im Ganzen lässt sich allerdings nicht anfechten: Vier bekennend freiheitsliebende Männer wurden im „Land of the Free“ für ein Verbrechen gehängt, das sie nicht begangen hatten – für Satire bot sich das förmlich an. Kurz nach den Hinrichtungen verspottete beispielsweise ein französisch-anarchistisches Magazin die New Yorker Freiheitsstatue, Frankreichs Geschenk an die „freie Welt“, die nur wenige Wochen nach dem Urteil enthüllt worden war. Die Zeitschrift schlug vor, sie in „die Göttin des Mordes“ umzubenennen.[37]

In den folgenden Jahren veranstalteten zahlreiche anarchistische, sozialistische und sozialdemokratische Gruppen in Nordamerika und Europa jährlich am 11. November, dem Datum der Hinrichtungen, Gedenkveranstaltungen.[38] Haymarkets wohl nachhaltigstes Erbe dürfte jedoch mit einiger Sicherheit der 1. Mai sein. In den Jahren nach 1886 entwickelte sich der Maifeiertag zu einem jährlichen Ritual für Gewerkschaftsaktivist:innen, Linksradikale, sowie gemäßigtere zivilgesellschaftliche Akteur:innen, um der Opfer von Haymarket durch das auf-die-Straße-Tragen eigener politischer Forderungen zu gedenken. Im Laufe der Zeit produzierten sie so – obgleich sie teils heftig um kulturelle Deutungshoheiten konkurrierten – gemeinsam eine transnationale Tradition, die ihrerseits schon bald eine Vielzahl eigener kultureller Identitäten entwickelte.

Nachdem sich der 1. Mai in Europa zu verbreiten begonnen hatte, löste sich das alljährliche Ritual östlich des Atlantiks zunehmend von seinen ursprünglichen Haymarket-Wurzeln. Im Laufe der Zeit verschwanden diese fast vollständig.[39] Doch wenn deutsche Arbeiter:innen auf Maikundgebungen in den 1920er-Jahren Jacob Audorfs „Arbeiter-Marseillaise“ sangen, dann taten sie dies, ob bewusst oder unbewusst, weil vier Anarchisten in Chicago sie vor ihnen gesungen hatten – auf ihrem Weg zum Galgen, an einem „Black Friday“ im Herbst 1887.


[1] Ronald Takaki: A Different Mirror. A History of Multicultural America, Boston 1993.

[2] Lesley-Ann Kawaguchi: The Making of Philadelphia’s German-America: Ethnic Group and Community Development, 1830–1893 (PhD diss., University of California), Los Angeles 1983, S. 134. Siehe außerdem Kawaguchis Aufsatz Diverging Political Affiliations and Ethnic Perspectives. Philadelphia Germans and Antebellum Politics, in: Journal of American Ethnic History 13 (1994), Nr. 2, S. 3–29.

[3] Isobel Plowright: The International Workingmen’s Association in the United States, 1865–1876 (PhD diss., Columbia University), New York 2024, S. 82–89 und 149. Ende 1877 benannte sich die WPUS in Socialistic Labor Party (SLP) um. Siehe Philip S. Foner: The Workingmen’s Party of the United States. A History of the First Marxist Party in the Americas, Minneapolis 1984.

[4] Philip S. Foner: History of the Labor Movement in the United States, Volume I. From Colonial Times to the Founding of the American Federation of Labor, 5. Ausg., New York 1975, S. 115–129.

[5] Donna Haverty-Stacke: America’s Forgotten Holiday. May Day and Nationalism, 1867–1960, New York 2009, S. 15–18; Foner, Labor Movement I, S. 372–382; Philip S. Foner: History of the Labor Movement in the United States, Volume II. From the Founding of the American Federation of Labor to the Emergence of American Imperialism New York 1975, S. 98.

[6] Haverty-Stacke, May Day, S. 29 f.; Howard Zinn: A People’s History of the United States, Neuausg., New York 2015, S. 269 f.; Paul Avrich: The Haymarket Tragedy, Princeton 1984, S. 186 f.

[7] Zinn, People’s History, S. 270 f.; Avrich, Haymarket Tragedy, S. 188 f.

[8] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 199–204.

[9] Ebd., 204 f.

[10] Ebd., 205 f.

[11] Ebd., 206 f.; Chicago Tribune,  5. Mai  1886, https://famous-trials.com/haymarket/1187-hellishdeed [30. April 2026].

[12] Avrich, Haymarket Tragedy, 207–210.

[13] Ebd., 210–214.

[14] Henry David: The History of the Haymarket Affair, üb. Ausg., New York 1958, S. 528.

[15] The New-York Times, 5. Mai 1886.

[16] The Philadelphia Inquirer, 5. Mai 1886; Pittsburgh Daily Post, 5. Mai 1886; Harper’s Weekly, 15. Mai 1886.

[17] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 218 f.; Chicago Tribune, 7. Mai 1886.

[18] Avrich, Haymarket Tragedy, 219 f.

[19] Ebd., S. 221–223 und 227.

[20] Edward de Grazia: The Haymarket Bomb, in: Law and Literature 18 (2006), Nr. 3, S. 283–322, hier S. 309; Douglas O. Linder: The Haymarket Trial. An Account, in: Famous Trials. Accounts and Materials for 100 of History’s Most Important Trials, https://famous-trials.com/haymarket/1181-home; Chicago Tribune, June 22, 1886, https://famous-trials.com/haymarket/1190-news6-22 [April 30, 2026]; Avrich, Haymarket Tragedy, S. 224–32.

[21] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 263–67; Linder, An Account.

[22] Jesse Rivers/Tamara Jameson/Vincent Bates: The Haymarket Trial, in: Famous Trials, https://famous-trials.com/haymarket/1201-studentpage; Avrich, Haymarket Tragedy, S. 268–277.

[23] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 277 f.; de Grazia, Haymarket Bomb, S. 308.

[24] Rivers/Jameson/Bates, Haymarket Trial; Avrich, Haymarket Tragedy, S. 279 f. und 297–300.

[25] Philadelphia Tageblatt, 27. August  1886.

[26] Zwischen dem 31. Oktober und 14. November 1886 trat Lucy Parsons etwa mindestens drei Mal öffentlich in Philadelphia auf. Philadelphia Tageblatt, 1. und 15. November 1886.

[27] Raymond C. Sun: Misguided Martyrdom. German Social Democratic Response to the Haymarket Incident, 1886–87, in: International Labor and Working-Class History 29 (1986), S. 53–67; Hubert Perrier u. a.: The “Social Revolution” in America? European Reactions to the “Great Upheaval” and to the Haymarket Affair, in: International Labor and Working-Class History 29 (1886), S. 38–52.

[28] Linder, An Account; Avrich, Haymarket Tragedy, S. 353–376.

[29] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 391–393; Linder, An Account.

[30] The New-York Times, 12. November, 1887.

[31] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 395–398.

[32] Haverty-Stacke, May Day, S. 33.

[33] Avrich, Haymarket Tragedy, S. 430–433.

[34] Walter D. Kamphoefner: Germans in America: A Concise History, Lanham (MD) und London 2021, S. 235.

[35] Siehe Bill Lynskey: Reinventing the First Amendment in Wartime Philadelphia, in: The Pennsylvania Magazine of History and Biography 131 (2007), Nr. 1, S. 33–80.

[36] Hartmut Keil: The Impact of Haymarket on German-American Radicalism, in: International Labor and Working-Class History 29 (1986), S. 16–27.

[37] Perrier u. a., European Reactions, S. 38.

[38] Perrier u. a., European Reactions, S. 45 f.

[39] Haverty-Stacke, May Day, S. 34–72.


Foto: Thure de Thulstrup, „The Anarchist Riot in Chicago—A Dynamite Bomb Exploding among the Police”, Harper’s Weekly, 15. Mai 1886, S. 312 f.)

Milan Mentz ist Historiker mit den Schwerpunkten Geschichte des Kommunismus, transnationale soziale Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Shoah- und Sonderkommando-Forschung.